Lecker, lecker, Leckerli

Hundekekse mit Erdnussbutter – Pollys most favorite

So langsam aber sicher entwickelt sich unser „Silicon-Valley“-Blog in einen „Leben mit Hund“-Blog. Wer davon genervt ist, dem sei versichert, das sich das in den nächsten Tagen bestimmt ändern wird. Spätestens wenn Stephan zur Arbeit und Henry zur Schule geht werden uns andere Themen beschäftigen. Es kann aber auch sein, dass mir dann so langweilig ist, dass ich über unser Aquarium schreiben muss.

Whatever, bis es soweit ist, muss ich noch etwas loswerden: Nicht nur das Gassi gehen ist hier schwierig, noch viel komplizierter ist das Backen von Hundekeksen. Ich habe noch nie in meinem Leben Kekse für Hunde gebacken, weil ich es absolut überflüssig finde. Schließlich kann man die trockenen Dinger fast überall auf der Welt für wenig Geld kaufen, und Polly frisst sowieso alles, sogar die amerikanischen Hundekekse mit Erdnussbutter und Äpfeln. Auf diese Kombination muss man als Hundekeksbäcker erst einmal kommen.

Henrys Liste

Wie es nun zum Hundekeks backen kam? Wir schenkten Henry zum Geburtstag einen der viel gelobten Kosmos-Kästen mit dem Titel „Hundetraining – Für dich und deinen besten Freund“. Henry arbeitete sich zunächst ehrgeizig durch Lektion 1 –  Lerne deinen Hund kennen –  und erstellte eine Tabelle mit zwei Spalten. In die erste Spalte schrieb er verschiedene Situationen und in die zweite, wie Polly (bzw. Pollia – ihr Spitzname) sich jeweils verhielt. Zum Beispiel: Nachbar geht an unserer Haustür vorbei. Polly bellt laut und springt auf. Oder: Man wirft das Spielzeug. Polly bringt es nicht wieder. Als er mit der Liste fertig war, hakte er Lektion 2 und 3 der Einfachheit halber ungelesen ab und landete direkt bei Lektion 4: Hunde-Leckerli selbst machen.

Vorausschauender Weise hatte ich meine Küchenwaage und einen deutschen Messbecher ins Handgepäck getan und fühlte mich der Aufgabe gewachsen. Henry schrieb mir einen Einkaufszettel und ich fuhr zum Supermarkt, während er mit Stephan im Pool entspannte. Im Supermarkt verzweifelte ich. Ich fand weder Bergkäse, frische Hefe noch Dinkel-Vollkornmehl und Naturjoghurt nur im 2 Pfund-Eimer. Bei meiner Suche entdeckte ich dafür in der Abteilung für ausländische Lebensmittel neben den Regalen mit indischen und chinesischen Waren eins mit deutschen „Delikatessen“. Es gab Sauerkraut, Essiggurken, Rotkraut, bayerischen Senf und Pumpernickel. Die sind auf meiner Liste mit den Dingen, die ich am meisten vermissen werde, aber ganz weit oben.

Henry schmeckt’s

In Sachen Hundekeksteig mussten wir also umdisponieren. Wir ersetzten Frisch- durch Trockenhefe, Bergkäse durch Monterey-Cheese, Dinkelvollkornmehl durch Weißmehl. Eigentlich gehörte noch eine geraspelte Möhre in den Teig, aber da die Reibe nicht mehr ins Handgepäck passte, fielen die Möhrenstückchen etwas größer aus. Wir buken unsere Hundeleckerli bei 350 Fahrenheit, was ungefähr 180 Grad entspricht, und viermal länger, als im Rezept angegeben. Heraus kamen winzige Brötchen, aber keine Kekse. Zu meinem Trost kann ich sagen, dass sie Henry sehr gut schmecken. Es muss nicht immer süß sein.

4 thoughts on “Lecker, lecker, Leckerli”

  1. Ich sag ja, mit Hund in Amiland wird es keinesfalls langweilig. Hat Polly denn auch gekostet? Oder hat Henry alle aufgefuttert

  2. Wenn der erste Versuch aufgegessen ist und Du es nochmal probieren möchtest, empfehle ich Dir bei Whole Foods nach Dickelmehl zu suchen – Marke „Bob’s Red Mill“, hat viele etwas ausgefalleneren Mehlsorten. Den Bergkäse könntest Du auch bei Whole Foods finden.

    1. Liebe Sybille,
      mit dem Backen von Hundekeksen habe ich abgeschlossen, Henry hoffentlich auch. Aber Dinkelmehl brauche ich zum Brot backen. Deshalb werde ich auf alle Fälle mal bei Whole Foods vorbei fahren.
      Viele Grüße
      Tina

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