„I can see red“

Henry’s Lesestoff

Hoch die Hände, Wochenende! Henry hat seine erste (halbe) Schulwoche fröhlich und entspannt hinter sich gebracht und damit fällt mir ein großer Stein vom Herzen. Für mich war die Einschulung aufregender als für ihn. Jetzt bleibt zu hoffen, dass seine Begeisterung für die Schule eine Weile anhält.

Nachdem er sich in den ersten Englisch-Stunden nicht wohl gefühlt hat, weil er als Einziger nur Deutsch spricht, kann er nun schon seinen ersten Satz: „I can see red“. Ich bin sicher, dass er ihn irgendwann einmal gebrauchen wird. Um weiter zu üben, haben wir ein paar Englisch-Bücher für Erstklässler aus der Schulbücherei mitgenommen. Er hat Spaß am Lesen und so lange die Geschichten mit Hunden, Katzen oder Robotern zu tun haben, verschlingt er alles. So arbeiteten wir uns bereits erfolgreich durch „Sparky’s Bone“, „Red and I visit the Vet“ und „Cat Games“.

Was mich betrifft, habe ich meinen englischen Wortschatz in den letzten Wochen fast ausschließlich bei Gesprächen im dogpark erweitert. Dort lernt man sehr leicht die unterschiedlichsten Leute kennen, aber das Thema ist immer das Gleiche. What’s the name of the dog, which kind of dog is it, is Polly a puppy? Gestern habe ich mit einer älteren Dame namens Mascha gesprochen, die gemeinsam mit ihrem Hund Ella auf einer Bank saß. Ab und zu sprang Ella, die aussieht wie ein schwarzgraues Wollknäuel, auf den Boden und setzte sich neben Polly. Einträchtig starrten sie minutenlang regungslos und mucksmäuschenstill in einen Baum. Doch sobald sie ein Eichhörnchen erblickten, bellten sie laut drauflos. Mascha und ich fielen vor Schreck fast von der Bank.

Vorfreude auf Montag

Mascha hat früher spanisch sprechende Einwanderer in „English as a second language“  unterrichtet. Es hat Spaß gemacht, sich mit ihr zu unterhalten. Sie hat einen tollen, trockenen Humor und wir werden uns nächste Woche wieder im dogpark treffen.

Apropos nächste Woche: Wie ihr sicher wisst, fiebern die Amerikaner der totalen Sonnenfinsternis am Montag entgegen. Sie zieht sich in einem 100 Kilometer breiten Streifen quer über die USA. So etwas gab es hier zuletzt vor 99 Jahren. In Kalifornien sieht man leider nur eine partielle Sonnenfinsternis. Deshalb setzen sich viele in den Flieger oder fahren stundenlang mit dem Auto nach Oregon oder Idaho. Glück hat, wer in der Gegend bei Verwandten übernachten kann. Die Preise für Hotelzimmer sind in astronomische Höhen geschossen. Auch an Henrys Schule dreht sich am Montag alles um das Jahrhundert-Ereignis.

Und wer sich fragt, was Bonnie Tyler eigentlich so macht: Auf der Royal Caribbean cruise singt sie während der Sonnenfinsternis live ihren 80er-Jahre-Hit „Total Eclipse of the Heart“. Sie hat den Song extra gekürzt, da er im Original länger ist als das 160 Sekunden dauernde Naturspektakel. Leider ist das Event schon ausgebucht.

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