Von Montag bis Freitag

So langsam kehrt bei uns ein neuer Alltag ein. Und der ist nicht nur in Sachen Wetter ein anderer als in Deutschland. Henrys Schule beginnt erst um 8.15 Uhr und wir fahren eine Viertelstunde mit dem Auto durch Palo Alto, bis wir dort sind. Auf dem Weg zur Arbeit nach Sunnyvale nimmt Stephan ihn meistens mit. Ich habe dann Zeit, um mit Polly erst einmal in den Hoover-Park zu gehen.

Henry hat fast die gleichen Fächer wie in Deutschland. Der Unterschied ist, dass es hier keinen Religions- oder Ehtikunterricht aber dafür Englisch und Technik gibt. An der Schule wird sehr darauf geachtet, dass die Schüler respektvoll und freundlich miteinander umgehen, und die Lehrer leben es vor. Zu Schulbeginn und -ende steht die Lehrerin an der Klassenzimmertür, wechselt mit jedem Schüler ein paar Worte und begrüßt beziehungsweise verabschiedet ihn mit Händedruck. Insgesamt werden die Kinder sehr viel mehr gelobt und motiviert. Im Englisch-Unterricht wird manchmal meditiert und in Deutsch lesen auch mal die Viertklässler den Zweitklässlern etwas vor.

Wer gut gearbeitet hat bekommt Aufkleber wie diesen

Das klingt nach Ponyhof, doch Ärger und Konflikte gibt es hier auch. Gott sei Dank. Schließlich sollen die Kinder lernen, damit umzugehen. Der Unterschied ist, dass die Lehrer hier ganz andere Möglichkeiten haben, auf die Kinder einzugehen und zu vermitteln. Das liegt unter anderem an der geringen Klassengröße. In Henrys Klasse sind nur 11 Schüler.

Montags muss Henry bis 14:50 Uhr büffeln, an den restlichen Tagen bis 14 Uhr. Manche Kinder gehen danach in die einstündige Hausaufgabenbetreuung oder in den Hort. Zusätzlich bietet die Schule nachmittags tolle Kurse an, die man extra bezahlen muss. Darunter Kochen, verschiedene Sportarten, Basteln, Yoga und Chor. Henry hat sich für Basketball am Dienstag und Malen am Donnerstag entschieden. Danach muss er noch Hausaufgaben machen, aber da er für einen Zweitklässler relativ lange Unterricht hat, sind diese überschaubar.

Basketball-Training auf dem Schulhof

Die Schule nimmt an dem deutschen Antolin-Programm teil. Hierfür müssen die Kinder Bücher lesen und anschließend inhaltliche Fragen auf der Antolin-Webseite beantworten. Da Henry gerne liest und noch lieber vor dem Computer sitzt ist das genau sein Ding. Wenn die Klasse zusammen 100 Bücher gelesen hat, lädt die Lehrerin sie zum Pizza essen ein. Auch genau sein Ding.

Wenn ich Henry abgeholt habe, verläuft der restliche Nachmittag ruhig. Hausaufgaben, Gassi gehen, fernsehen, Essen kochen. Um 17.30 Uhr oder später kommt Stephan nach Hause, wir essen zu Abend und dann ist der Tag auch schon rum.

5 thoughts on “Von Montag bis Freitag”

  1. Da ist Stephan ja sogar verhältnismäßig früh zuhause – hätte ich gar nicht gedacht. Das Konzept der Schule klingt echt toll. Die kleine Klasse ist natürlich ein Traum und gerade für Henry zur Eingewöhnung super. Mit Handschlag morgens begrüßt zu werden, wird ihm wahrscheinlich genau einmal im Leben passieren und das ist JETZT 😉

    1. Hallo Anne,

      es gibt eine Aufgabenliste, die ständig erweitert wird und in die man sich eintragen kann. Ich habe mich für die Halloween-Dekoration des Klassenzimmers und das Befüllen der Nikolaus-Stiefel gemeldet :-). Und am Freitag helfe ich in der Bücherei.

  2. Das klingt gut. Dass Stephan so früh daheim ist, hätte ich auch nicht gedacht. Das Antolin Programm haben wir jetzt auch. Das mit der Pizza wenn 100 Bücher gelesen wurden muss ich Sophias Lehrerin mal erzählen .
    Lg

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