Welcome new neighbors

Einladung zum Nachbarschaftsfest.

Was für ein Samstag. Schon vor einiger Zeit hatten wir eine Einladung zur Block Party in unserer Straße bekommen. Eine gute Gelegenheit, endlich unsere neuen Nachbarn kennen zu lernen. Ein paar hatten wir schon auf der Straße getroffen und dabei erfahren, dass wir nicht die einzigen Neuankömmlinge sind. Wir waren also sehr gespannt.

Um 9 Uhr morgens startete das Straßenevent mit einem Flohmarkt. Wir legten eine Picknickdecke in die Einfahrt und drapierten ein wenig Spielzeug, da wir davon ausgingen, dass nur die Kinder der Straße untereinander handeln würden. Was wir nicht wussten: An der Middlefield Road, einer stark frequentierten Straße, hatten die Kinder ein Schild aufgehängt mit dem Hinweis auf einen großen Street Garage Sale in unserer Bryson Ave.

Flohmarkt in unserer Garageneinfahrt.

Schon kurz nach 9 ging es hier zu wie auf einem arabischen Basar. Stephan und ich reagierten schnell, zogen das Garagentor auf und packten alles raus, was von Deutschland unnötigerweise mit umgezogen war. 

Lampen, Teppiche, ein Kindersitz, Koffer, Elektro-Kram, Kleidung und Spielzeug wechselten den Besitzer. Es machte einen Riesenspaß. Stephan musste zwischendurch zum Geldautomaten fahren um Wechselgeld zu besorgen. Natürlich schauten wir auch, was die Nachbarn anboten und Henry kaufte sich ein paar Heelys für 5 Dollar. Heelys sind eine Mischung aus Roll- und Skater-Schuh mit einer in der Sohle versenkbaren Rolle. Man kann mit ihnen normal laufen oder skaten.

Am Dunes Beach

Um 13 Uhr war der Flohmarkt vorbei und wir packten unsere Strandsachen, um zur Beachparty von Henrys Schule zu fahren. Sie fand am Dunes Beach in Half Moon Bay statt. Von halb 3 bis 5 Uhr saßen wir also am Strand, Stephan bekam seinen obligatorischen Sonnenbrand und Henry hatte Spaß am Wasser. Um 5 packten wir wieder alles ein, fuhren nach Hause und machten uns für das Straßenfest fertig.

Die Nachbarn hatten an alles gedacht: Straßensperrung, Riesen-Gas-Grill, Zelt mit Buffett, ein Nachbarsjunge gab den DJ und ein anderer begeisterte alle bis 12-Jährigen mit seiner Riesen-Popcornmaschine. Die Stimmung war super und es war leicht, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

Mary mit der leckeren Schokotorte.

Am längsten wohnt hier Mary, deren Haus ihr Vater vor rund 70 Jahren für 17.000 Dollar gebaut hat. Mit ihrer Immobilie ist sie heute eine reiche Frau. Wir wurden von ihr mit einer herzlichen Umarmung begrüßt. Mary war außerdem verantwortlich für eine bombastische Schokotorte, die uns mit der Aufschrift „Welcome new neighbors“ anlachte.

Zwei Häuser weiter von uns wohnt noch eine Tina. Sie kommt aus Shanghai, hat dort die letzten Jahre gelebt, ist aber in den USA aufgewachsen. Wir haben trotz meiner Englischkenntnisse über Gott und die Welt geredet, zum Schluss landeten wir bei Haushaltshelfern, die unser Leben veränderten. Sie hat einen Roboter-Staubsauger, der zwar nicht besonders intelligent ist, ihr aber ein gutes Gefühl gibt. Außerdem erfuhren wir, zu welchem Friseur alle Nachbarn gehen und in welchem Block es an Halloween am gruseligsten zugeht. Mal ehrlich, ein noch so toller Reiseführer kann einfach keine Nachbarn ersetzen.

6 thoughts on “Welcome new neighbors”

      1. Als wir abends auf Straßenfest gingen war Henry schon total müde. In der Straße wohnen viele nette Kinder und er ist nicht der einzige Neue. Aber alle sprechen englisch, und das hält Henry noch ab. Ich hoffe, dass er sich in ein paar Monaten traut mit ihnen zu spielen.

  1. Mal ehrlich…das klingt einfach toll. Bei uns hätten die zusammengesessen, die sich sowieso schon kennen und fertig. Hat Henry sich auch überwinden können oder lässt er alles noch auf sich wirken?

  2. Jetzt seid ihr wirklich angekommen. Glückwunsch! Das ist doch klasse auch für dich liebe Tina
    Aber mal ehrlich, ihr habt doch gerade erst ausgepackt, was habt ihr denn beim Flohmarkt verkauft?

  3. Hallo Tina,
    Ich warte jeden Tag sehnsüchtig nach eure Neuigkeiten und dass du im Blog was schreibst. Ich finde es so schön und spannend was du schreibst. Sara liest auch mit und Jana guckt sich eure Fotos. Ich hoffe dir/ euch geht’s gut. Liebe Grüße.

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