Erste Herbstferien

Da kriegt selbst Polly Angst

Henry hatte in der letzten Woche fallbreak. Eigentlich kennen die Kalifornier keine Herbstferien, aber auf Henrys internationaler Schule ticken die Uhren anders. Herbst in Kalifornien ist eine merkwürdige Angelegenheit. Die Bäume verfärben sich zwar langsam, aber die Temperaturen sind immer noch hochsommerlich. Die einzigen Anzeichen für die dritte Jahreszeit sind die aufwändigen Halloween-Dekorationen, die man hier schon Anfang Oktober auffährt. Wir machen natürlich mit und haben jetzt eine auf Knopfdruck röchelnde Mumie mit rot blinkenden Augen adoptiert, die nun unseren Eingangsbereich ziert. Stephan zerbricht sich schon den Kopf darüber, wie er sie von drinnen steuern kann, damit sie röchelt, sobald ein Besucher vor der Tür steht.

Henrys Ferien wären eine prima Gelegenheit gewesen um wegzufahren, denn in den meisten Freizeitparks ist im Oktober tote Hose und die Kinder haben in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt. Aber leider hat Stephan noch keinen Urlaub gekriegt.

Vielleicht war es auch besser so, denn die Brände in Kalifornien hätten unsere Reisepläne eventuell zunichte gemacht. Obwohl wir rund Hundert Kilometer weiter südlich wohnen, waren wir auch hier von den Auswirkungen betroffen. An manchen Tagen wurde empfohlen drinnen zu bleiben, da die Luftqualität gesundheitsgefährdend war. Zeitweise roch es draußen stark nach Verbranntem. Doch das ist natürlich nichts im Vergleich zu dem, was die direkten Opfer der Brände erleben. Mittlerweile werden in der Bay Area Helfer gesucht, die die Menschen bei sich Zuhause aufnehmen können.

Mit Sybille und Eva vor dem Giraffengehege

Damit die Langeweile in den Ferien nicht überhand nimmt, haben wir am Dienstag zusammen  mit Sybille und ihrer Tochter Eva den Zoo in San Francisco besucht. Der Zoo beherbergt rund 250 Tierarten und er ist so weitläufig, dass wir es nicht geschafft haben, uns alle anzusehen. Die Anlage ist vor allem für Kinder ein Erlebnis. Neben einem großen Spielplatz sind auf dem ganzen Gelände viele Tier-Objekte verteilt, die man erklettern und erkunden kann. Manche Tiere werden spazieren geführt und die Kinder dürfen sie streicheln. Allerdings kommt danach sofort ein emsiger Zoomitarbeiter und desinfiziert einem die Hände – ob man will oder nicht.

Ganz schön borstig

Der Zoo ist zwar groß, aber die Welt doch klein: Als wir noch in Saulheim wohnten, erzählte mir meine Freundin Bine aus Zornheim, dass sie in einem Restaurant zufällig eine Frau kennengelernt hat, die in der Nähe von San Francisco wohnt. Sie war gerade auf Heimaturlaub in Zornheim. Und als wir nun im Zoo unterwegs waren, rief Sybille auf einmal: „Hallo Melanie, wie geht’s?“

Ich treffe also Melanie aus Zornheim zusammen mit ihren beiden Kindern im Zoo von San Francisco. Sybille kennt sie, da ihre Kinder auch auf die Schule in Palo Alto gehen. Ich würde mich ja wieder einkriegen, wenn ich sie in der Schule getroffen hätte, aber im Zoo?

Helfen gegen Heimweh

Und für alle Besorgten, die wissen wollen, was meine selbst gebackenen Brote machen: Nach einigen Versuchen, die leider entsorgt werden mussten (Teig zu glitschig, Küchenwecker nicht gehört…), hat sich der Erfolg schließlich eingestellt. Ich habe mittlerweile Norbert und einen noch namenlosen Weizensauerteig im Kühlschrank und dank ihrer Hilfe produziere ich lockere, feinporige Sauerteigbrote mit knuspriger Kruste. Sie schmecken fantastisch, ich kann nicht anders, als mich selbst zu loben. Die Brote knistern, wenn sie abkühlen. Als wollten sie mir etwas sagen. It’s magic!

7 thoughts on “Erste Herbstferien”

  1. Hallo Tina, schön dass du Bilder von euch gepostet hast. Ich vermisse dich und Henri und dein Brot sieht so lecker aus. Ganz liebe Grüße

  2. Sieht wirklich aus wie von Meisterhand gebacken! Glückwunsch liebe Tina. Und der Zufall mit Melanie im Zoo ist mal wieder großartig. Das Glück meint es einfach gut mit Dir. Wir waren auch gerade im Urlaub. Zwei Wochen in Ligurien mit unserem Bus. Traumwetter, der Herbst weit entfernt, das Meer zum Baden ideal. Ich schick dir mal paar Fotos via WhatsApp. Schöne Grüße an Henry und Stephan und auch an meine liebe Kusine

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