Never ending summer mit Schnupfennase

Schal ausgepackt – und wieder eingepackt

Nachdem es hier letzte Woche nach einer Nacht Regen etwas abgekühlt hatte, gingen wir davon aus, dass es nun endlich Herbst wird. Aber weit gefehlt. Heute wird es wieder 29 Grad und die Sonne knallt weiterhin vom strahlend blauen Himmel. Ich hab Kreislauf, denn seit dem Wochenende kämpfe ich mit einer Erkältung, was sich bei diesen Temperaturen ganz merkwürdig anfühlt. Es ist, als würde der Sommer hier nie zu Ende gehen. Tatsächlich ist es für Oktober für diese Gegend ungewöhnlich warm.

 

Ein paar Autominunten außerhalb von Palo Alto: Der Landschaft sieht man den trockenen Sommer an.

Apropos krank: Letzte Woche hatte ich zum ersten Mal einen Termin bei meinem neuen Hausarzt. Ich hatte nichts akutes und wollte mich einfach mal bei ihm vorstellen, um über ein paar Wehwehchen zu klagen, die ich schon eine Zeitlang mit mir herumschleppe. Mein Hausarzt praktiziert in der Palo Alto Medical Foundation, wo viele medizinische Fachbereiche unter einem Dach vereint sind. Ich war von meinem Arztbesuch mehr als angetan. Jeder Mitarbeiter ist freundlich und der Arzt nahm sich Zeit, zeigte Interesse und wurde aktiv. Unter anderem schickte er mich direkt zur Blutabnahme ins Labor. Dort musste ich nur wenige Minuten warten, bis eine einfühlsame Mitarbeiterin mir nicht nur Blut abnahm, sondern auch noch die Hand hielt.

Keine drei Stunden später bekam ich eine email von meinem Arzt mit den Blutergebnissen, einem netten Gruß und der Bitte, mir einen Termin bei einem Kollegen geben zu lassen. Die Telefonnummer schickte er gleich mit. Ich habe mich in diesem Moment gefragt, welche Krankenversicherung Stephan für uns abgeschlossen hat und ob wir uns die auch wirklich leisten können.

Mit Danny vor Ricks Eisdiele.

Am Wochenende wurde unser Gästezimmer eingeweiht – von Danny aus München. Sie reist während ihres Sabbaticals drei Monate um die Welt. Leider ist sie krank geworden, so dass wir nicht viel unternehmen konnten. Und am Montag ist sie schon wieder weitergefahren nach San Francisco. Immerhin haben wir eine Fahrradtour zu Rick’s Eisdiele geschafft.

Neben Danny haben wir am Sonntag auch Besuch von Susanne bekommen. Ich habe sie und ihren Hund Gracey vor einiger Zeit im Dogpark kennen gelernt. Sie wohnt nur fünf Gehminuten von uns entfernt und kommt gerne bei uns vorbei. Dabei ist sie meistens mit etwas selbst gebackenem bewaffnet, einer Blueberry-Tarte, Cookies oder einem Apple-Cake. Wenn wir hier kugelrund werden, liegt es nicht an Pommes, Hamburgern und Icecream, sondern allein an Susannes Backkünsten.

Susannes Blueberry-Tarte. Yummie!

Sie spricht mehrere Sprachen, darunter deutsch, obwohl sie schon so lange hier lebt. 1938 ist sie im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie aus Hamburg vor den Nazis geflohen.

Eigentlich wollte mich Susanne beim Englisch lernen unterstützen. Das sieht in der Praxis so aus, dass sie mich mit „hello my dear“ begrüsst. Anschließend reden wir wieder deutsch, weil sie die Sprache so mag. Ich dagegen mag ihre offene Art, ihre Neugier im positiven Sinne und ihre Großzügigkeit. Wir genießen ihre Besuche sehr und es ist schön, dass ich mich ab und zu mit einem German Bread bei ihr revanchieren kann.

2 thoughts on “Never ending summer mit Schnupfennase”

  1. Wie kann man nur den Herbst herbeisehnen?
    Ich freue mich schon auf den nächsten Frühling…
    Allerdings haben wir hier auch nicht schon so lange so hohe Temperaturen. Trotzdem bin ich etwas neidisch. Ich schwitze lieber als das ich frieren muss… Liegt vielleicht auch an den Genen…
    Viel Spaß bei Halloween

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