Happy new year everybody!

Wie die Zeit vergeht. Der letzte Blog-Eintrag ist eine halbe Ewigkeit her und ich kann es keinem übel nehmen, wenn er sich nicht mehr auf diese Seite verirrt. Aber umso größer ist die Überraschung, wenn dann doch wieder ein paar Zeilen zu lesen sind.

Truthahn-Deko an Thanksgiving

Mittlerweile haben wir unser erstes Halloween, Thanksgiving und Weihnachten in Kalifornien gefeiert. An Thanksgiving gab Stephans Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine Woche frei. Der Mann hatte den Urlaub dringend nötig und entspannte, was das Zeug hielt. Thanksgiving selbst war ein ganz gewöhnlicher Tag, da wir nirgends eingeladen waren und das Fest für uns keine Bedeutung hat. Ungewöhnlich war nur, dass im Land der unbegrenzten Öffnungszeiten die Geschäfte frühzeitig zumachten. Aber das war auch alles.

Im Gegensatz zu Thanksgiving hatte ich an unser erstes amerikanisches Weihnachtsfest bestimmte Erwartungen. 45 Weihnachtsfeste in Deutschland hinterlassen schließlich Spuren. Sie führten dazu, dass ich bereits im Oktober das Übersee-Paket von Lebkuchen Schmitt im Internet bestellte. Es war eine teure Angelegenheit, die ich nicht weiter erläutern möchte. Nur soviel: Die Kosten für 4 Kilogramm Lebkuchen und Porto hielten sich die Waage. Stephan freute sich so lange darüber, bis wir feststellten, dass man auch fernab der Heimat in vielen Supermärkten Lebkuchen günstig kaufen kann. Neben Marzipan, Stollen und Schokonikoläusen.

Der Weihnachtsbaum kostete ein Vermögen, war aber dafür der schönste, den wir je hatten.

Doch obwohl wir damit kulinarisch bestens versorgt waren, wollte sich keine weihnachtliche Stimmung einstellen. Mit viel Sonnenschein und Temperaturen um die 18 Grad war es im Dezember einfach zu warm. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, Glühwein zu trinken, aber Weihnachtsmärkte gab es sowieso keine. Hier trinkt man zur Weihnachtszeit Eggnog. Das ist ein Milchmischgetränk mit Sahne, Ei, viel Zucker und Muskatnuss. Man trinkt es warm oder kalt, aber ehrlich gesagt ist die Temperatur egal, es schmeckt weder noch. Genießbar ist einzig die Variante mit einem ordentlichen Schuss Rum.

Aufgeblasener Weihnachtsdackel auf Plastikrasen.

Direkt nach Halloween tauschten die Kalifornier ihre Gruseldeko gegen ihre gewöhnungsbedürftige Weihnachtsdeko. In unserer Nachbarschaft standen unzählige riesige, aufblasbare Weihnachtsfiguren, je bunter, desto besser. Ich habe viele Leute in vorsätzlich hässlichen Rentierpullis gesehen, die blinkende Lichterketten um den Hals trugen. Weihnachten in Kalifornien ist eher eine spaßige Angelegenheit, die wenig mit Besinnlichkeit und Innehalten zu tun hat. Aber das hat was für sich. Für die Amerikaner ist das wichtigste Familienfest Thanksgiving, und dadurch ist an Weihnachten vieles entspannter.

Henry hatte viel Spaß beim Snowboard fahren.

Den Heiligabend haben wir in einer urigen Holzhütte am Lake Tahoe verbracht. Es lag ein bisschen Schnee und Henry und Stephan nutzten die Gelegenheit zum Snowboard fahren. Die Landschaft ist wunderschön, wir hatten tolles Wetter und haben die Woche dort sehr genossen.

Pünktlich zu Silvester waren wir wieder zurück. Unsere Nachbarn hatten uns zu einer Party eingeladen, von 17.30 Uhr bis 21 Uhr, wegen der Kids. Das Buffett bestand aus Crackern und Käse, die die Gastgeberin von ihrem Ikea-Einkauf mitgebracht hatte und sehr viel Alkohol. Im Wohnzimmer war ein riesiges Mischpult aufgebaut, und der zwölfjährige Sohn legte mit ernster Miene echte Schallplatten auf. Das Highlight war eine beeindruckende Lightshow, die das Wohnzimmer in eine bunt flackernde Disco verwandelte. Alles zusammen führte dazu, dass ich mich gegen halb 9 auf der temporären Tanzfläche wiederfand und mit der Gastgeberin im ultrakurzen Leoparden-Minikleid und ihrer Schwiegermutter in Leoparden-Leggins zu 80er Jahre Mucke abzappelte. Den Leoparden-Trend scheine ich verpasst zu haben, was aber nicht schlimm ist, da ich mit der Gastgeberin demnächst shoppen gehe und dann wieder auf dem neuesten Stand bin. Und die Schwiegermutter möchte mich gerne adoptieren. Um 21 Uhr stießen wir gemeinsam mit der Ostküste auf das neue Jahr an, fielen uns in die Arme und wurden anschließend zur Tür rausgeschoben.

Was das neue Jahr wohl bringen wird?

7 thoughts on “Happy new year everybody!”

  1. Endlich liebe Tina!!! Ich habe Deine Texte hier wirklich vermisst 🙁
    Umso mehr freue ich mich, wieder von Euch zu lesen 🙂

    Ja, was wird uns 2018 bringen… Abenteuer? Überraschungen? Oder einfach nur den Alltag? Keine Ahnung – aber genieß jeden Tag und erfreue uns bitte hier öfter mit Deinen Geschichten aus der Ferne 🙂

  2. Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen! 🙂
    Was es bei uns mit Sicherheit neues gibt: Nachbarn!
    Heidi und Toni sind jetzt ausgezogen 🙁
    Auch auf diesem Weg :
    Viel Spaß und Erfolg im neuen Jahr!!!

    1. Ach Roberto, ich leide mit euch! Wie schade, dass Heidi und Toni ausgezogen sind. Wird die Bude nun verkauft oder weiterhin vermietet?
      Liebe Grüße auch an die Mädels!

      1. Die Vorbesitzer wollten nie verkaufen. Heidi und Toni hatten mehrmals ein Angebot abgeben. Nun soll (möglichst schnell!) über einen Makler verkauft werden…

  3. Hi Tina, auch von uns alles Liebe im neuen Jahr! Wie habt Ihr an Silvester denn noch 3 Std die Zeit totgeschlagen ?
    Ich freue mich, dass es Euch gut geht und hoffe auf viele weitere unterhaltsame Geschichten von Dir
    Liebe Grüße von Sophia an Henry

    1. Hallo Sabine,
      wir haben „Dinner for one“ geguckt und sind zeitig vor Mitternacht ins Bett gegangen. Böller und Co. sind hier verboten, d. h. um Mitternacht war hier Totenstille, so dass wir noch nicht mal geweckt wurden :-).
      Grüße an Sophia von Henry 🙂

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