Auf zum Winter Sale

Shoppen gehen ist im Silicon Valley eine sauteure Angelegenheit. Deshalb habe ich mich heute auf den Weg in mein Lieblings-Einkaufszentrum gemacht, das „Town and Country Village“ in Palo Alto. Hier gibt es, eingebettet zwischen einer Pizzeria und einem Cupcake-Laden, das … Trommelwirbel…. „Sur la table“.

Im „Sur la table“

Dieses Küchengeschäft, in dem man von der Knoblauchpresse bis zur mehrere tausend Dollar teuren High-Tech-Kaffeemaschine alles bekommt, lockt zur Zeit mit einem Winter Sale und 20 Prozent Rabatt. Also nichts wie hin. Ich wollte so ein Ding kaufen, mit dem man Spätzle machen kann. Henry liebt Käsespätzle und ich war es leid, für eine Tüte getrocknetes Mehl-Ei-Gemisch im World Market jedesmal 5 Dollar zu bezahlen.

Doch während „Sur la table“ von allem, was man sich nur vorstellen kann, eine Riesenauswahl hat, gab es nur eine einzige Spätzle-Reibe. Sollte der alteingesessene Amerikaner vielleicht keine schwäbische Hausmannskost mögen? Die Reibe, made in China, kostete stolze 25 Dollar und sah aus, als würde sie von 12 bis Mittag halten. Also Planänderung. Wenn ich schon mal da war, wollte ich auch Geld ausgeben. Aber für was?

Ich ging ein Regal weiter und stand wie bereits zwei Wochen zuvor, als ich als ich auf der  Suche nach einem Raclette-Gerät schon einmal bei „Sur la table“ aufschlug, fassungslos vor einem „Indoor Gardening System“ für „Gourmet Herbs“ – also Petersilie, Schnittlauch und Basilikum. Vor Weihnachten kostete es unglaubliche 230 Dollar, jetzt war es auf 140 Dollar runtergesetzt. Es ist ausgestattet mit 100 Hochleistungs-LED-Leuchten, damit die Kräuter es immer schön hell haben, und einem LCD-Display, das einen durch jeden Schritt des Wachstumsprozesses führt: Vom Säen über das Düngen und Bewässern bis hin zur Ernte. Der Clou: Steuern lässt sich das „Naturerlebnis für Nerds“ mit dem Smartphone. Fehlt nur noch eine Webkamera, mit der man seinen Kräutern beim Wachsen zusehen kann, während man sich die Nägel lackiert.

Wer kauft so etwas? Augenscheinlich niemand, und das beruhigt mich. Die Regale waren noch brechend voll.

Gurkenschlange war gestern

Zum Glück habe ich dann doch noch etwas wirklich Sinnvolles gefunden: Einen Toast-Ausstecher für Monster-Egg-Toasts und ein Backbuch mit dem vielversprechenden Titel „The perfect cookie“. Während ich an Weihnachten noch stoisch die deutsche Fahne für Zimtsterne & Co. hochgehalten hatte, ist die Zeit nun reif für neue Erfahrungen in Form von „Thin Chocolate-Mint Cookies“ und „Hazelnut Lemon Curd Thumbprints“. Ich bin gespannt, wie Stephan und Henry darauf anspringen. Für neue kulinarische Erlebnisse sind sie ja generell offen, Hauptsache, es schmeckt wie immer.

 

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